Ronde van Vlaanderen Cyclo 2018

06:20 am Samstag, den 31. März 2018

Ronde van Vlaanderen Cyclo 2018

Der Tag der Challenge

Um 5:15 ging der Wecker ich fuhr durch die Altstadt von Antwerpen vorbei an den Denkmälern der Stadt, es war dunkel.
Hier und da lagen Scherben von der vergangenen Nacht, nun Obacht und nicht schon einen Plattfuß vor dem Start. Dann die ersten Leid-genossen, dass war Pech für sie. Ich fragte mich durch, da ich noch meine Startnummer abholen musste. Die konnte ich in Antwerpen nur am morgen der Challenge abholen. Das war dann auch relativ schnell geklärt, unten am Kaai gab es sie. Dann noch ein paar Fotos und aufgestellt in dem Riesen Pulk von Radrennern mit dem Hintergrund der angestrahlten Liebfrauenkathedrale.

Der Startschuss fiel um 7 Uhr am Plantinkaai an der Schelde, um 7:12 überfuhr ich aber erst die Zeitmessung. Es war eine Riesen Masse die erst mal in Bewegung kommen musste.
Vorbei an der Burg Hetsteen, bei 1C° Außentemperatur.
Ein Feuerwerk explodierte links und rechts vom Startbogen, laute Musik, Adrenalin Pur in den Adern.
Mit Speed ging es über das wellige Kopfsteinpflaster am Kaai, mir wurde schnell warm.
In großen Gruppen mit hohem Tempo ging es durch die noch dunkle Stadt. Vor dem Waaslandtunnel, der uns unter die Schelde führte, war auch erst mal wieder ein Stopp von ca zwei bis drei Minuten, wie auch an einigen Straßenquerungen welche ich nicht mit in die Wartezeiten einkalkuliert habe.

Leider fehlen mir die ersten 20km auf dem Garmin Track. Das Gerät war gestoppt und im Eifer des Gefechts habe ich vergessen es erneut zu starten. Aber schließlich gab es ja einen Transponder ;-).

39 Minuten waren es an Gesamt-Wartezeiten auf 229km, bis zum offiziellen Ziel in Ouderaande. Die Fahrzeit laut Transponder war von 7:12 Uhr bis 16:04 Uhr, inklusive aller Pausen bei 229km bis zum Offiziellen Ziel am Berg vor Oudenaarde das macht eine Fahrzeit von „8 Stunden und 13min“

8:52min – 39min sind 8:13min Fahrzeit inkl. vieler kleiner Stopps Querungen und zwei Pinkelpausen.

Eine Wilde Jagd links, rechts durch die Dörfer mit Schreien über die Kopplestones. Viel Radweg, oft musste man anhalten wegen dem Straßenverkehr. An den Verpflegungsstationen kam ich leider nicht vorbei und musste mitten durch die Radfahrermassen trippeln, meist habe ich nur Wasser nachgefüllt, also ein erneuter Zeit Verlust für mich, da ich gewillt war durchzufahren.

Am Koppenberg waren 17min Wartezeit angesagt, es war nass und rutschig man lies immer nur eine handvoll Radfahrer hoch. Ich war gewillt bis oben durchzuziehen, doch durch die Wartezeiten waren die Beine dicht und ich merkte auf der Hälfte wie quälend es wurde. Die Temperaturen von 14C in den dicken Thermoklamotten kamen noch hinzu.
Als ein Fahrer vor mir beim Versuch hochzuballern einen Salto Mortale der übelsten Sorte machte und auf die Schulter knallte und dem nächsten dann die Kette riss, sprang ich vom Rad und legte mich fast auch noch hin.
Das Koppenberg Pflaster war sauglatt und nass. Selbst das gehen war gefährlich.

Auf der weiteren Strecke bekam ich immer wieder einen leichten Hungerast, ich versuchte den Moment wo der Körper Nachschub benötigte gezielt abzupassen.
Nun hatte ich weite Strecken alleine zu absolvieren und musste mich mit Gels und Getränken da heraus befördern.
Leichte Krämpfe kamen dann später an den letzten Steigungen auch hinzu. Ein der schönsten Momente war mitunter die Auffahrt zur Kapel op de Oudeberg, Muur van Geraardsbergen, België.
Mein Bike wollte wie ein Pferd vorne abheben man musste sein Gewicht nach vorne legen, die Anstiege hatten es in sich.
„Let Op“, „Let Op“, „Attention“ ich höre mich immer noch schimpfen und rufen, einige Fahrer pennten schlichtweg. Eine Dame habe ich fast plattgebügelt sie fuhr mitten auf der Strecken mit Standgas den Berg herauf.

60km vor dem Ziel verabschiedete sich der linke STI Hebel, beim Versuch ein Gel während der Fahrt zu öffnen ist es mir in den Hebel gelaufen.
Plötzlich wurde die Piste wieder schlecht, da war Holland in Not und die Hände mussten beide an die Bar.
Danach war der Umwerfer nicht mehr zu bedienen, leider auch die Trimm-Position nicht mehr. Mit schleifender Kette auf 36 /13 36/11 habe ich mich dann in das Ziel gerettet.

Das Offizielle Ziel war oben am Berg mit dem Blick auf die Saint Walburga Kirche von Oudenaarde.
Offizielle Zieldurchfahrt laut Zeitmessung auf 229 Kilometern war dann 16:04:14. Danach standen viele Fahrer auf der Strecke und unten im Zentrum rund um die Kirche von Oudenaarde war ein Jubelmeer bei göttlichen Wetter. Ich bin dann erstmal die Runde nochmal um die Kirche gefahren und habe ein kleines Filmchen mit dem Handy gedreht und es genossen.
Dann das Bike im Parc fermé abgeparkt und erstmal einen Kaffee und ein Stück Kuchen gegönnt. Dann bin ich zur Transponder Rückgabe hinter dem Bahnhof gerollt.
Abgabe des Transponders Finish FLA war bei 233km um 16:56:09.
Dann ging es zurück mit dem Zug nach Antwerpen über Genk. 🙂

Am Abend noch ein Spaziergang durch das schöne Antwerpen und Pizza-Pasta und am nächsten Tag noch zum Start des Pro-Rennens.

Einige Details nun noch zum Schluss:

Wartezeiten und Durchfahrten, kleinere Stopps ausgenommen bei Straßenquerung + 2 Pinkelstopps .

Festivalhal Donk Paus die Fahrt musste durch die Halle fortgesetzt werden.
8:37 – 8:43 6min ca.

Straßenquerung Autostau Astrid Laan N42 Geraardsbergen 11:25:06 – 11:28:01 3min

Driepikkel Oudeberg Kapel 11:38:03 – 11:42:01 ca 6min

Leupegem 13:02:27 – 13:05:20 ca 3min

Koppenberg – Wartezeit da nur Gruppenweise gefahren werden durfte

13:13:38 – 13:30:33 ca 17min

Rouse Stadthuis 14:44:33 – 14:48:42 ca 4min

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